Was zählt


Was zählt

Der Hersteller Canon hat als Marketingaktion für einen neuen Drucker drei Menschen dasselbe Bild betrachten lassen: einen Fotoamateur, einen Fotostudenten und den Profifotografen, der das Bild fotografiert hat. Dabei wurden die Augenbewegungen der Protagonisten gemessen mit folgendem Ergebnis: Amateur 400, Student 600, Fotograf 1200 Bewegungen!

Meine Schlussfolgerung aus diesen Zahl ist es, dass wir Fotografen maximal kritisch unsere Bilder betrachten. Selbst die kleinsten Details untersuchen wir auf Belichtung, Schärfe, Bildrauschen usw. und auf dieser Grundhaltung fusst letztendlich der Megapixelwahn, mit dem uns die Industrie immer höher auflösende Kameras anpreist.

Aber ist es wirklich die technische Brillanz bis in jede Ecke eines Fotos, die ein Bild zu einem guten Bild macht? Oder sind es doch eher andere Werte, die ein ruhiges Betrachten der eigenen Fotos und eine besonnene Wertung erforderlich machen? Das aber findet im heutigen schnellen „Workflow“ zur Auswahl, Bearbeitung und Auslieferung von Bildern an den Kunden viel zu selten statt.

Übrigens- von den drei hier gezeigten Bildern zum Thema „Einsamkeit von Menschen am Ende des Lebens“ sind zwei leicht unscharf!

Published: 01.10.2018